Bericht an die Gesellschaft

Nachhaltigkeitsstrategie - Naspa 2018 - Bericht an die Gesellschaft

Konzepte und Due Diligence

Nachhaltigkeitsstrategie der Naspa

Nachhaltig sein bedeutet für die Naspa vor allem, langfristig zu denken und umsichtig im Interesse der Menschen zu handeln.

Aus unserer besonderen, dem Gemeinwohl verpflichteten unternehmerischen Haltung heraus leisten wir mit unserer Geschäftspolitik, unseren Produkten und unseren gesellschaftlichen Initiativen einen substanziellen Beitrag zu nachhaltigem Wachstum, Lebensqualität und zur Zukunftsentwicklung in der Region.

Chancen und Risiken nachhaltigen Wirtschaftens

Für die Erreichung der von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Agenda 2030“ mit 17 globalen Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals – SDGs“) sind weltweit große Anstrengungen erforderlich. Auf der Ebene des Bundes, des Landes Hessen sowie auch in vielen Kommunen sind die SDGs als Zielgrößen fest implementiert. Auch von Unternehmen wird Transparenz über ihre Leistungen zur Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeitsagenda erwartet.

Nachhaltigkeits- und Klimarisiken haben zunehmende Relevanz für die Finanzmarktstabilität. Der Dürresommer 2018 hat auch im Geschäftsgebiet der Naspa eindrücklich gezeigt, dass extreme Wetterlagen weitreichende Auswirkungen haben. Für die Landwirtschaft in der Region war der heiße Sommer mit seiner lang anhaltenden Trockenheit eine große Herausforderung. In vielen landwirtschaftlichen Betrieben des Westerwalds und des Taunus kam es zu Futterengpässen. Die Auswirkungen des veränderten Klimas zeigten sich aber auch in Branchen, die auf den ersten Blick weniger wetterabhängig scheinen. Der ausbleibende Regen sorgte für historische Tiefstände in Rhein und Main. Das beeinträchtigte die Binnenschifffahrt erheblich und sorgte in manchen Branchen, etwa in der Chemieindustrie, für Lieferengpässe und Nachschubschwierigkeiten. Die Suche nach zusätzlichen Transportmöglichkeiten brachte weiteren Druck auf ohnehin schon stark belastete Verkehrswege.

Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigten bereits 2017 an, im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion Klimarisiken im Kreditgeschäft stärker zu berücksichtigen (physische Risiken durch Wetterextreme, Risiken aus Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft). Die 2017 vorgelegten Empfehlungen der vom G-20-Finanzstabilitätsrat eingesetzten Expertengruppe „Task Force on Climate-Related Financial Disclosures“ („TCFD-Richtlinien“) haben einen Rahmen für das Management sowie für die Berichterstattung zu Klimarisiken im Kerngeschäft von Unternehmen und Finanzinstituten geschaffen. Die Europäische Kommission hat 2018 eine Sachverständigengruppe zur Umsetzung der TCFD-Richtlinien in der Finanzwirtschaft eingesetzt und plant, deren Arbeitsergebnisse und Vorschläge Mitte 2019 in die EU-Leitlinien zur nichtfinanziellen Berichterstattung aufzunehmen.

Der Finanzwirtschaft kommt bei der Ausgestaltung einer „nachhaltigen Wirtschaft“ eine wichtige Rolle zu. Die EU-Kommission hat im März 2018 den „Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ vorgelegt, der an die Vorschläge der EU-Expertengruppe für nachhaltige Finanzwirtschaft („High-Level Expert Group on Sustainable Finance“) anknüpft.

Ziel des EU-Aktionsplans ist es, mehr Kapital in nachhaltige Investitionen zu lenken sowie finanzielle Risiken, die sich aus dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit, der Umweltzerstörung und sozialen Problemen ergeben, im Risikomanagement zu berücksichtigen. Auf diese Weise sollen das Finanzsystem gestärkt sowie Transparenz und Langfristorientierung des Finanzsektors erhöht werden. Er umfasst zehn Maßnahmen und soll bis Mitte 2019 weitgehend in Form von verbindlichen EU-Vorgaben/durch gesetzliche Vorgaben der EU umgesetzt werden.

Der EU-Aktionsplan schafft einen wichtigen Orientierungsrahmen für die Weiterentwicklung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft (Aktivgeschäft, Passivgeschäft, Eigenanlage) sowie auch im Bankbetrieb (z. B. Umweltbelange) von Finanzinstituten. Die Naspa wird sich dieser Herausforderung in den kommenden Jahren stellen. Mit Blick auf das Kerngeschäft haben wir 2018 die Nachhaltigkeitsleistung der Naspa im Bereich der Eigenanlage überprüft – dabei haben sich keine Risiken ergeben. Im Bankbetrieb betrachtet die Naspa Umweltrisiken unter anderem im Rahmen der generellen Beurteilung und Bewertung von operationellen Risiken unter dem Punkt „Externe Einflüsse“ bei „Naturgewalten/Unfälle“.

Für die Naspa bilden darüber hinaus die konkreten Nachhaltigkeitsinitiativen im Geschäftsgebiet einen Referenzrahmen bei der Definition von geschäftspolitischem Handlungsbedarf, von neuen Produktangeboten sowie gesellschaftlichen Initiativen. Die relevanten Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung in der Region haben wir in Hinblick auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Demografie, Umwelt und Energie, Bildung und Integration sowie Lebensqualität analysiert und im „Bericht an die Gesellschaft 2018“ genauer dargestellt.

Strategische Verankerung von Nachhaltigkeit

Bekenntnis zu Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Zukünftige Generationen sollen überall dieselben Chancen auf ein gutes Leben haben. Nachhaltige Entwicklung bedeutet daher für die Naspa ganz konkret, sich für die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks und die Steigerung der Lebensqualität einzusetzen. Wir bekennen uns zu diesem Prinzip und haben es in unserer Geschäftsstrategie verankert. Unsere Leistungen für nachhaltige Entwicklung wollen wir konsequent ausbauen und dies durch entsprechende Kennzahlen dokumentieren.

Personelle Verantwortung für Nachhaltigkeit

Auf Vorstandsebene liegt die Steuerungsverantwortung für das Thema beim Vorstandsvorsitzenden. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte ist für die koordinierte Umsetzung von Nachhaltigkeit verantwortlich und berichtet an den Vorstandsvorsitzenden. Über den Sachstand im Bereich Nachhaltigkeit wird der Gesamtvorstand zwei- bis dreimal pro Jahr im Rahmen einer regulären Sitzung unterrichtet. Der Verwaltungsrat wird mindestens einmal jährlich in einer seiner turnusmäßigen Sitzungen über die Entwicklungen informiert und in die Diskussion einbezogen.

Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeit ist in der Geschäftsstrategie der Naspa verankert. Als ein dem gemeinen Nutzen dienendes Wirtschaftsunternehmen achtet die Naspa im Sinne einer Compliance-Kultur über die rechtlichen Regelungen und Vorgaben hinaus auch die internen Vorgaben und Werte und handelt rechtmäßig, ethisch und verantwortungsvoll.

Im Besonderen will die Naspa ihre Reputation und ihren nachhaltigen geschäftlichen Erfolg vor Schaden bewahren. Sie wahrt die Menschenrechte, verfolgt den Grundsatz der Chancengleichheit, achtet die Arbeitnehmerrechte und hütet die Umwelt sorgsam. Die Naspa verhindert Korruption, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige strafbare Handlungen. Darüber hinaus beachtet sie die rechtlichen Regelungen und Vorgaben zum Datenschutz sowie zum Verbraucherschutz und beachtet die Finanzsanktions- und Embargo-Vorschriften.

Die Naspa achtet im Umgang mit ihren Kundinnen und Kunden auf eine vertrauensvolle Beziehung und kundenorientierte Beratung, vermeidet Interessenkonflikte und wahrt die Vertraulichkeit. Die strategischen und operativen Maßnahmen setzen die gültigen und für die Naspa relevanten nationalen als auch internationalen rechtlichen Regelungen und Vorgaben um, mit dem Ziel, hieraus resultierende wesentliche Risiken für die Naspa auf ein angemessenes Maß zu reduzieren oder zu vermeiden.

Um der Erfüllung des § 2 Abs. 1 SparkG HE besonderen Ausdruck zu verleihen, hat sich die Naspa zu CSR (CSR = Corporate Social Responsibility) selbstverpflichtet. CSR bezeichnet laut Grünbuch der EU die freiwillige Integration sozialer und ökologischer Belange in die Unternehmenstätigkeit und in die Beziehung zu den Stakeholdern. Erweitert man die Schwerpunkte der EU noch um die ökonomischen Interessen, erhält man die drei Säulen der Nachhaltigkeit, wie wir sie verstehen: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Es geht dabei nicht lediglich um die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, sondern um die freiwillige Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung – und zwar stärker als gesetzlich vorgeschrieben.

Die Naspa wird ihre Aktivitäten in allen drei Bereichen stärker koordinieren und kommunizieren und das, was sie in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht tut, weiter ausbauen und noch konsequenter als bisher mit Zahlen belegen (Geschäftsstrategie 2019).

Nachhaltigkeitsziele und Maßnahmen

Nachhaltigkeitsziele

Als kommunal verankertes Kreditinstitut übernimmt die Naspa an der Schnittstelle von Unternehmen, Verbrauchern und kommunaler Verwaltung eine verantwortliche Rolle bei der Lösung komplexer Zukunftsaufgaben.

Wir haben dabei konkret messbare Ziele für unser gesellschaftliches Engagement und die Förderung der Region definiert. Messgrößen waren 2018 die Beträge, die die Naspa an Spenden, Sponsoring und Fördergeldern unmittelbar in die Region gegeben hat.  

Über fest etablierte Steuerungsinstrumente überprüfen wir unsere Weiterentwicklung in den Bereichen Gesundheitsmanagement, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Qualifikation und Weiterbildung. Auch zu Diversity haben wir Regeln festgeschrieben. Dabei legen wir Wert auf externe Prüfung und Auditierung.

In 2018 haben wir folgende Auszeichnungen von unabhängigen Dritten erhalten:

  • Focus-Money „Exzellente Kundenberatung“: In der Kategorie „Sparkassen“ haben wir unter 121 ausgezeichneten Instituten die Maximalpunktzahl „100“ und damit bundesweit Platz Eins erreicht.
  • Focus-Money CityContest: Wir sind das zweite Jahr in Folge Testsieger bei der Geschäftskundenberatung in Wiesbaden.
  • Focus „Nationaler Top-Arbeitgeber“: Wir zählen zu den Top-Arbeitgebern in Deutschland. Ausgezeichnet wurden 100 Unternehmen; innerhalb der Branche „Banken und Finanzdienstleistungen“ haben wir Platz 9 (von 75 Instituten) erreicht, insgesamt Platz 91.
  • Welt „Bankentest Private Banking“: Wir sind Testsieger im Banken-Qualitätstest Private Banking in Wiesbaden. Getestet wurde die Beratung von vermögenden Kunden in fünf Wiesbadener Banken.
H5 Nachhaltigkeitsziele und Maßnahmen
H5 Operative Implementierung von Nachhaltigkeit Status
Definition von strategischen Nachhaltigkeitszielen nicht vorhanden
Definition von operativen Nachhaltigkeitszielen implementiert
Prozess zur Maßnahmenentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit implementiert
Jährliches Monitoring der Zielerreichung implementiert

Handlungsprogramm zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele

Die Naspa hat ihre Nachhaltigkeitsleistung im Jahr 2018 weiterentwickelt. Die wesentlichen Handlungsbereiche sind in der nachfolgenden Übersicht zusammengestellt und werden in den einzelnen Kapiteln des nichtfinanziellen Berichts näher erläutert.

Nachhaltigkeitsziel Umsetzungsmaßnahme Zeitraum Status
Beteiligung: Einbindung von Stakeholdern Durchführung Wesentlichkeitsprüfung September 2018 abgeschlossen
Umwelt: Verbesserung der Klimabilanz Förderung nachhaltiger Mobilität: Modernisierung des Fuhrparks, Installation von Ladesäulen und JobRad für Beschäftigte 2018 abgeschlossen
Compliance: Implementierung eines Verhaltenskodex Erarbeitung eines Verhaltenskodex für alle Beschäftigten und Integration in das Organisationshandbuch 2018 abgeschlossen
Beschäftigte: Förderung von Chancengerechtigkeit Erstellung eines Gleichstellungsplanes März 2018 abgeschlossen
Gemeinwesen: Förderung der Region Beibehaltung der Förderbeträge des Vorjahres 2018 fortdauernd
Gemeinwesen: Förderung von gesellschaftlichem Engagement der Wirtschaft Teilnahme an Goldener Lilie; Mitarbeit im CSR Regio.Net Wiesbaden, Mitarbeit im Ausschuss „Gesellschaftliche Verantwortung“ der IHK Wiesbaden seit 2014 fortdauernd

Implementierung in Prozesse

Die Mobilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist uns ein wichtiges Anliegen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung in der Naspa. Unser Ziel ist es, eine breite und dauerhafte Beschäftigung mit dem Thema anzuregen und die Eigeninitiative bei der Umsetzung zu stärken. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie werden die Beschäftigten auf allen Ebenen eingebunden. Wir setzen dazu unter anderem auf eine lebendige, regelmäßige Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit: Unter dem Motto „Handeln statt reden – geht doch!“ sorgen die Anstifter Flora, Franka und Fridolin in- und extern für große Aufmerksamkeit.

Nachhaltigkeit ist in die Prozesse und die Organisation der Naspa fest integriert. Maßnahmen zur Nachhaltigkeit werden überwiegend innerhalb des Zentralbereichs Vorstandsstab und Kommunikation geplant und umgesetzt. Dem Verwaltungsrat wird jährlich ein Sachstandsbericht zur Kenntnisnahme vorgelegt.

H6 Implementierung in Prozesse und Controlling
H6 Status der Implementierung von Nachhaltigkeit Status
Verankerung von Nachhaltigkeit in Prozessen implementiert
Nachhaltigkeits-Reporting nach den Sparkassen-Indikatoren implementiert
Nachhaltigkeitsstrategie der Naspa

Leitsätze zur Nachhaltigkeit

Unsere Leitsätze zur Nachhaltigkeit


  1. Wir erfüllen unseren öffentlichen Auftrag als wirtschaftlich erfolg­reiche Sparkasse.
  2. Wir machen Finanzwirtschaft ­verständlich und stellen sie in den Dienst der Menschen und der Wirtschaft.
  3. Wir engagieren uns für ressourcenschonendes Wirtschaften und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.
  4. Wir machen uns stark für ­nachhaltigen Wohlstand und ­bessere Lebensqualität vor Ort.

Unser Verständnis von unternehmerischer Verantwortung haben wir in vier „Leitsätzen zur Nachhaltigkeit“ konkretisiert und so einen verbindlichen Rahmen für unsere Nachhaltigkeitspolitik geschaffen. Die „Leitsätze zur Nachhaltigkeit“ der Nassauischen Sparkasse schaffen einen verbindlichen Rahmen für unser Handeln zum Wohle von Bürgerinnen und Bürgern und Region, für den Austausch mit Anspruchsgruppen und für die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitsziele.


Nachhaltigkeit im Kerngeschäft

Nachfolgend ist zusammengefasst, welche Aspekte der Nachhaltigkeit im Kerngeschäft (Aktivgeschäft, Passivgeschäft, Eigenanlage) der Naspa bereits vorhanden sind.

Passivgeschäft

Die Naspa bietet ihren Kundinnen und Kunden Anlageprodukte mit ökologischem und sozialem Nutzen an. Im Passivgeschäft sind für einzelne Passivprodukte (nachhaltige Fonds) Nachhaltigkeitskriterien definiert und in den jeweiligen Produktinformationen dokumentiert.

Aktivgeschäft

Die Befriedigung des örtlichen Kreditbedarfs unter besonderer Berücksichtigung der Arbeitnehmer, des Mittelstandes, der gewerblichen Wirtschaft und der öffentlichen Hand ist Teil des öffentlichen Auftrags der Naspa. Hierbei kommt die Naspa dem Regionalprinzip einer Sparkasse nach und konzentriert sich im Geschäft mit privaten Kunden, Unternehmen und Kommunen auf das eigene Geschäftsgebiet. Die regionale Kundenstruktur und unsere Kenntnis der lokalen Märkte helfen uns bei der Beurteilung von Kreditrisiken.

Unser übergeordnetes Ziel ist es, finanzielle Risiken sowie auch Reputationsrisiken für die Naspa zu minimieren. Die Risikostrategie der Naspa schafft dazu ein verbindliches Rahmenwerk, das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Vergabe von Krediten zu beachten haben. In der Risikostrategie sind auch Vorgaben enthalten, die aus Nachhaltigkeitssicht relevant sind. So erfordert nach dem einheitlichen Verständnis unserer Risikostrategie die Übernahme von Kreditrisiken eine ausreichende Expertise für die zukunftsorientierte Bewertung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden.

Wir tätigen darüber hinaus keine Geschäfte in sogenannten „kritischen Ländern“, die Sanktionen der UN, EU und des US-Treasury (OFAC) unterliegen. Hierzu wird im Unternehmensbereich Compliance eine sogenannte FSE-Länderliste geführt, die regelmäßig aktualisiert wird. Die Einhaltung von Finanzsanktions- und Embargovorgaben innerhalb der Naspa erfolgt auf der Grundlage der in der FSE-Leitlinie der Naspa formulierten Standards. Über „Arbeitsanweisungen Finanzsanktionen und Embargos“ versetzen wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lage, entsprechende Prüfungen umzusetzen.

Eigenanlage

Primär erwirbt die Naspa für den Eigenbestand nur Anleihen von öffentlichen (Staaten, Bundesländer etc.) oder supranationalen Emittenten, von Förderbanken sowie gedeckte Anleihen. Für diese Emittenten bestehen naspainterne Mindestanforderungen, die mehr kapitalmarktorientiert sind (z. B. eine Mindestbonität (Rating)). Die Bedeutung und Anwendung von Ausschlusskriterien für diese Emittentengruppen ist aus unserer Sicht eher nachrangig, da diese z. B. keine Waffen produzieren.

Zur Plausibilisierung hat die Naspa 2018 ihre Eigenanlagen auf Nachhaltigkeit prüfen lassen. Die Prüfung erfolgte ex post durch die Nachhaltigkeitsratingagentur imug, die den Filter auf Initiative der Abteilung Nachhaltigkeitsmanagement der DekaBank exklusiv für Sparkassen-Eigenanlagen entwickelt hat. Dieser Nachhaltigkeitsfilter umfasst Ausschlusskriterien zu den Themenfeldern Umwelt, Rüstung, ILO-Kernarbeitsnormen und Korruption. Im Ergebnis entsprechen 100 Prozent des Portfolios der Naspa dem „Sparkassen-Nachhaltigkeitsfilter kompakt“.

Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung

Die Naspa vergibt Aufträge vornehmlich in ihrem Geschäftsgebiet sowie darüber hinaus in Deutschland – mehr als 24,5 Mio. Euro haben wir 2018 an regionale Anbieter vergeben (Vorjahr: rund 24,1 Mio. Euro).

Die Naspa erwartet, dass Lieferanten und Dienstleister ökonomische, ökologische, ethische und soziale Mindestanforderungen erfüllen und die jeweils geltenden gesetzlichen nationalen Normen und internationalen Standards wahren und achten. So haben wir zum Beispiel unseren Inhouse-Postdienstleister, den Kurierdienst, den Gebäudereiniger, den Betreiber unserer Mitarbeiterrestaurants (einschließlich deren Subunternehmer) und den Werttransportunternehmer darauf verpflichtet, ihre Beschäftigten gemäß Mindestlohngesetz zu bezahlen.

H9 Nachhaltigkeit in Einkauf und Beschaffung Volumen in € Vorjahr
Auftragsvergaben an regionale Unternehmen 24.515.088 24.100.548